Venture Capital - der Zündstoff für Innovation
Was ist Venture-Capital?
Venture-Capital, auch Wagniskapital genannt, ist eine Art des Private Equity (privates Beteiligungskapital), bei dem Investoren in vielversprechende, meist innovative Jungunternehmen investieren. Diese Start-ups zeichnen sich oft durch ein starkes Wachstumspotenzial und technologische Ansätze aus. Da solche Investitionen ein hohes Risiko bergen, erwarten die Kapitalgeber eine potenziell hohe Rendite. Die Investitionen in diese Unternehmen erfolgt häufig über Venture Capital Funds. Die Investoren von solchen Funds sind häufig Privatpersonen (selbst erfolgreiche Unternehmer, wie z.B. Roland Brack), wobei auch grosse Gesellschaften oder Vermögensverwalter den VCs Geld zur Verfügung stellen können.
Formen von Venture-Capital-Investments
Venture-Capital wird in zwei Beteiligungsarten unterteilt:
- Direkte Beteiligung: Der Investor beteiligt sich direkt an einem Start-up, meist ohne Vermittlung eines Fonds.
- Indirekte Beteiligung: Hier erfolgt das Investment über Beteiligungsfonds, die von Venture-Capital-Gesellschaften verwaltet werden. Diese Fonds können eigenständig agieren oder über eine Venture-Capital-Gesellschaft gebündelt verwaltet werden.
Der Ablauf von Venture-Capital-Investments
Venture-Capital-Investitionen beginnen typischerweise mit der Beteiligung eines Kapitalgebers am Fonds einer Venture-Capital-Gesellschaft. Die Fondsmanager prüfen potenzielle Unternehmen und investieren das Kapital schrittweise (in Tranchen) in ausgewählte Start-ups. Anstatt auf Rückzahlung zu setzen, erhalten Investoren Anteile am Unternehmen und damit Mitspracherechte. Bei Erfolg kann der Investor seine Anteile zu einem späteren Zeitpunkt verkaufen (Secondary) oder bei einem Börsengang in Aktien umwandeln. Zur Risikominimierung setzen die meisten Fondsmanager auf eine Diversifikation der Investitionen, was bedeutet, dass das Kapital auf mehrere Beteiligungen verteilt wird, wobei die Mehrheit davon auf null abgeschrieben wird. Meist beträgt die Laufzeit solcher Investments zwischen fünf und zehn Jahren.
Vor- und Nachteile von Venture-Capital-Investments
Vorteile:
- Know-how und Erfahrung: Kapitalgeber bringen wertvolles Wissen und branchenspezifische Erfahrungen ein, was zum Unternehmenswachstum beiträgt.
- Finanzielle Sicherheit: Venture-Capital ermöglicht eine solide Kapitalbasis, die dem Start-up die notwendige Liquidität und Planungssicherheit bietet.
- Netzwerk und Aufmerksamkeit: Investoren fördern wichtige Kontakte und Kooperationen, die dem Start-up auch mediale Aufmerksamkeit verschaffen können.
- Einfluss und Rendite: Die Kapitalgeber profitieren durch ihre Unternehmensbeteiligungen von Wertsteigerungen und langfristigen Renditen.
Nachteile:
- Kontrollverlust: Im Gegenzug für Kapital erhalten Investoren häufig umfassende Mitspracherechte. Dies bedeutet für Gründer auch eine gewisse Abgabe der Kontrolle über Geschäftsentscheidungen.
- Verlustrisiko: Venture-Capital-Investitionen bergen das Risiko des Totalverlusts, besonders wenn das Unternehmen die geplanten Wertsteigerungen nicht realisieren kann.
Venture-Capital-Markt in der Schweiz
n der Schweiz hat sich der Venture-Capital-Markt historisch gesehen dynamisch entwickelt, wurde 2023 jedoch gebremst. Im Jahr 2023 wurden gem. Swiss Venture Capital Report 2024 rund CHF 2.6 Milliarden in Start-ups investiert – ein Rückgang um 35% gegenüber 2022.
Dabei entwickelten sich die Branchen unterschiedlich:
- ICT und Fintech: Rückgang um über 60% auf CHF 786 Millionen
- Biotech: Anstieg um 22% auf CHF 492 Millionen
- Medtech: Anstieg um 41% auf CHF 379 Millionen (Rekordwert)
- Cleantech: Führend mit CHF 630 Millionen
Regional führend waren die folgenden Kantone:
- Kanton Zürich: CHF 872 Millionen
- Kanton Zug: CHF 457 Millionen
- Kanton Waadt: CHF 444 Millionen
- Kanton Basel-Stadt: CHF 248 Millionen